Chimicherrychanga

5 Monate nach dem Ubuntu-Umstieg

Informatik von Seba

Ausschnitt vom Desktop mit AWN-Leiste

Fünf Monate ist es her, da stieg ich um auf Ubuntu. Naja, Dual Boot mit Windows Vista, schließlich erscheint einem so ein erster richtig-eigener Betriebssystem­wechsel doch recht abenteuerlich. Es ging – wie auch erwartet – alles gut. Vista habe ich seit Monaten nicht mehr gebootet und da hätte ich auch wirklich keine Lust mehr drauf.

Programme

Software Center

Software zu finden und zu installieren ist traumhaft simpel. Eine riesige Auswahl erschlägt einen im Software Center und ist mit 1~2 Klicks startklar. Weitere Quellen sind leicht hinzugefügt. Mit der kommenden Ubuntu-Version Natty Narwhal zieht noch eine Review­funktion ein, um Software zu bewerten[1].

Dass ich nicht alle von Windows gewohnten Programme mitnehmen können würde, war mir klar. Die entsprechenden Pendants waren aber schnell gefunden. Einzig einen Ersatz für foobar2000 zu finden hat sich langwieriger erwiesen als gedacht. So bin ich erst einmal durch ein großes Angebot von Audioplayern gestolpert, bis ich ich schließlich mit Quod Libet zufrieden war. Mit Nautilus habe ich auch endlich einen vernünftigen Dateimanager zur Hand.

Aktualisierungsverwaltung

Aktuell bleibt die Software über die Aktualisierungsverwaltung. Alle Software, die über ein Repository installiert wurde zumindest, was für die meisten Benutzer irgendwo zwischen 90 und 100% liegen dürfte. Systemupdates gehören auch dazu und manchmal wünscht das System dann auch einen Neustart. Das steht dann im Fenster der Aktualisierungsverwaltung geschrieben und das Sitzungsicon verfärbt sich rot. Unter Windows poppt ein Dialog auf und man hat die Wahl, in 10 Minuten oder ein paar Stunden wieder genervt zu werden.

Ein kleiner MSN-Mitschnitt

Wenn ich weiß, dass ich für einige Minuten nicht am Rechner sein werde, habe ich unter Windows normalerweise einen Virensuchlauf oder eine Defagmentierung zur sinnvollen Beschäftigung gestartet. Tja, Nichts, um das ich mich nun sorgen müsste[2].

Seba
Gibt es unter Ubuntu eigentlich etwas wie Defragmentierungsprogramme? Bzw. sind solche zu empfehlen oder läuft ohnehin etwas im Hintergrund oder sind wir im gelobten Land, wo Defragmentierung nicht notwendig ist?
Kai
Letzteres^^ Defragmentierung ist so 90er :D Das lag an dem FAT, bzw. NTFS Dateisystem. Wenn du ext3, ext4 ausgewählt hast, dann fragmentiert deine Festplatte nicht mehr, weil das im Gegensatz zu NTFS ein ordentliches Dateisystem ist </rant>
Btrfs ist auch sehr gut, am besten wäre natürlich zfs, aber das gibts nicht für den Linuxkernel, weil die Lizenz nicht so frei ist, wie die GPL, leider :-(

Passt für mich

Ich sehe mich selbst als Entwickler und als solcher ist die Umgebung hervorragend. Mit PHP arbeiten? Die meisten Server laufen mit Linuxsystemen, von daher fallen einem manche Fehler früher auf. Ich sage nur: Zugriffsrechte. Windows kennt so etwas nicht und ich habe mich damals gewundert, warum ich über mein CMS keine Dateien auf den Server laden konnte. Auch für die meisten anderen Sprachen hat man schnell alles hergerichtet. Oh, und ich liebe es kleine Dinge über das Terminal zu erledigen. Ordner mit noch ungehörter Musik auf dem Desktop? mplayer *.mp3. Schnell eine kleine Notiz ablegen? vi foo.txt.

Andererseits bin ich mir voll und ganz bewusst, dass Ubuntu sich leider immer noch nicht für Gamer eignet. Gelegentlich gibt es Titel (Minecraft) und viele lassen sich auch mit Wine zum Laufen bringen, in diesem Fall jedoch mit Sicherheit leicht bis schwer verbuggt. Solange Linux sich im Desktopbereich nicht weiter verbreitet[3], wird sich von Seite der Spieleentwickler leider auch nicht viel in der Beziehung ändern.

Gemachter Fehler

Zu wenig Speicherplatz :(

Leider bereue ich, Ubuntu nur rund 70 GB (inklusive Swap und allem) eingeräumt zu haben, so dass ich gelegentlich Dateien zur Windows-Partition hinüberschieben muss oder auf meine externe Festplatte. Nachträglich die Partitionen zu ändern ist mir zu heikel. Am liebsten würde ich ja mal Tabula rasa machen und Windows runterschmeißen, aber wer weiß, ob man es nicht doch noch mal braucht?[4]


[1] Web Upd8: Software Center Gets Ratings And Reviews Support

[2] Ubuntu Forums: Security

[3] aktuell bei ~8% vermutlich, die oft gehörten 1% erscheinen sehr unglaubwürdig

[4] Bevor der Vorschlag kommt: Ich kann Vista nicht neu installieren, da ich keine Installations-CD habe. War lediglich vorinstalliert bei Rechnerkauf, super nee?

6 Kommentare

  1. avatar Twaldigas
    Dein Beitrag hat mich an mein Abenteuer mit Arch Linux erinnert, über das ich ja auch gebloggt habe.
    Schön, dass du da nach fünf Monaten mal ein Fazit ziehst und uns deine Erfahrungen mitteilst. War sehr interessant zu lesen.
    Mein einziger Grund, warum ich noch immer Windows auf meinen zwei Rechnern habe, ist dass spielen vom Games. Wäre das nicht, würde ich sofort auf eine Distribution von Linux umsteigen. Mit meinem Desktop-PC wahrscheinlich auch Ubuntu und auf mein Laptop würde ich wieder Arch Linux packen.
    Okay, ich könnte es so wie du machen und Windows noch drauf behalten. Allerdings habe ich ja noch das Problem mit der schnellen Internetleitung, welche man definitiv braucht bei Linux, durch diese ganzen Updates und das laden aller möglichen Software.
    Ich denke aber mal, dass ich in ein paar Monaten das Abenteuer noch einmal wagen werde.

    Gruß Twaldigas
  2. avatar Kai
    Da geht mir ja richtig das Herz auf beim Lesen:-)
    Sehr interessant zu lesen, wie andere Leute so den Umstieg bewältigt haben. Als ich damals (in der guten alten Zeit) von Windows auf Linux gewechselt bin, war Ubuntu noch lange nicht so komfortabel zu nutzen und Probleme mit der Hardware fast schon vorprogrammiert. Mittlerweile hat sich das ja auch zum Großteil gelegt. Beispiel Druckerinstallation: Drucker anschließen, fertig.
    Richig cool wäre es schon, wenn es Steam mal auf die Linuxplattform schaffen würde, dann würde das Contra-Argument (wenig Spiele) auch unter den Tisch fallen. Mit dem Schritt von Steam auf die Macintosh Plattform wurde zumindest mal ein großer Schritt hin zu „unixoiden“ Betriebssystemen (und OpenGL) getan. Vermutlich ist der Mehraufwand auch nicht so groß, aber bisher ist halt leider noch nix bekannt. Die Ankündigung von Phoronix war damals leider auch nur eine Ente.
  3. avatar Seba
    @Twaldigas:
    Bis man sich mit Software eingedeckt oder auch erst einmal das OS geladen hat, ziehen schon ein~zwei Gigabyte durch die Leitung. Aber Updates hat man überall. Nur hier besonders komfortabel.
    Ich werde auch keinem PC-Gamer dazu raten, von Windows zu wechseln. Auch Dualboot wäre da doof, wenn man jedesmal neustarten müsste.

    @Kai:
    Es hat sich wirklich viel getan in den letzten Jahren und es geht stetig weiter.
    Ja, ein offizielles Linux-Steam wäre schön. :(
  4. avatar Kelhim
    Seit 2006 nutze ich ausschließlich Linux (die monatlichen Ausflüge ins Windows XP zum Zocken zählen mal nicht). Und ich stelle fest, wie viel sich seitdem geändert hat, auch dank Canonical und Ubuntu. Lange Zeit favorisierte ich Gnome und Gtk+, bin nun aber seit fast zwei Jahren überzeugter KDE-Nutzer und möchte diese Eleganz und Möglichkeiten nicht mehr missen.

    Quod Libet ist übrigens wirklich en toller Musik-Player – persönlich finde ich aber, dass gmusicbrowser ihn noch toppt. Das Schöne daran ist: Man kann das Layout des Players (und vieles andere) anpassen, z.B. benutze ich ein Quod-Libet-Layout. Unter Gnome ist er immer meine erste Wahl. Unter KDE sind es Amarok und Clementine.

    @Twaldigas:
    Der große Nachteil von Arch Linux ist leider die Paketverwaltung, die Repos einfach nach der Reihenfolge ihrer Eintragung in der Konfigurationsdatei aufruft – und nicht nach der Version des Pakets, das man installieren möchte. Ansonsten gefällt mir Arch Linux. Man muss natürlich wissen, was man tut, und sollte immer über fehlerhafte und problematische Aktualisierungen informiert sein. War mir nach über einem halben Jahr allerdings zu viel Arbeit – seitdem bin ich wieder auf Kubuntu.
  5. avatar Christoph
    Soll ich….soll ich schreiben warum ich Windows immer bevorzugen würde?

    Nein lieber nicht, ich habe Angst vor Linux Nutzern.

    Linux ist der Progressive Metal der Betriebssysteme. Manchmal total übertrieben kompliziert und gleichzeitig oft erstaunlich eingängig und einfach. Größtenteils intelligent und interessant. Aber die anderen sind deswegen nicht schlechter oder dümmer!
    Nur: ProgMetal Fans sind davon überzeugt, dass nur ProgMetal gescheite Musik ist und der Rest Schrott, ja nicht einmal die Bezeichnung verdient hat, und alle die nicht ProgMetal bevorzugen sind dumm. Zumindest hört man das IMMER.

    Und meine Erfahrungen mit Linux und ProgMetal sowie den „Usern“ sind die gleichen. Exakt die gleichen.


    Nur eben das kein ProgMetal im Universitäts ProgMetalraum abstürzte, weil ich damit eine .png Datei öffnen wollte ;D
  6. avatar Seba
    @Kelhim:
    gmusicbrowser hatte ich auch in der näheren Auswahl, da er ebenfalls mehrere Genre- und Artist-Tags unterstützt. Das ist mir sehr wichtig. Letztenendes fand ich Quod Libet aber optisch ansprechender und habe mich dort schon an die Suchsyntax gewöhnt.
    #(added < 1 week) oder #(rating > 0.6).

    @Christoph:
    Ist vielleicht besser so. Es würde vermutlich leicht getrollt klingen und Linux-Nutzer sind recht enthusiastisch wenn es darum geht, ihre Distro zu verteidigen. :)

    Nur eben das kein ProgMetal im Universitäts ProgMetalraum abstürzte, weil ich damit eine .png Datei öffnen wollte ;D


    Der Vergleich ist lustig. Aber um Himmels Willen!, was für eine Linux-Distro in welcher Version wird in deiner Uni verwendet?

Und jetzt du

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