Fate/zero hat mich nicht enttäuscht und zählt derweil zu meinen Favoriten. Irgendetwas an der Optik wirkt allerdings leicht ungewohnt und ich meine, den Faktor dafür gefunden zu haben – die Hintergründe wirken meist recht statisch. Oh, sie sind wunderbar gezeichnet und verdienen Lob, aber es sieht doch ein klein wenig danach aus, als stünden unsere Charaktere auf einer Bühne in einem der beeindruckendsten Theater der Welt. Doch auch das beste Bühnenbild kann aus seiner Natur heraus nicht anders als flach wirken.
Ein wenig irritierend sind Szenen umgesetzt, die, um das schwache Zuschauerherz zu schonen, von Grässlichkeiten wegschauen. Es müssen wirklich keine zerfledderten Kinderleichen gezeigt werden, das soll hier nicht die Kritik sein. Aber was anstatt gezeigt wird; zum Beispiel eine Hintergrundsäule, eine nahezu statische Aufnahme. Warum nicht die Kamera auf dem Charakter selbst belassen und weiterhin dessen Reaktion zeigen? So entsteht der Eindruck, dass gewollt etwas ausgelassen wurde – was dann später auf der Bluray-Fassung zu sehen sein wird? Wobei das eher der Fall ist bei Mosaikfiltern und günstig – oder je nach Zuschauerinteresse auch ungüstig – einfallenden Lichtstrahlen, wie man es aus manch anderer Serie kennt.
Apropos Charaktere: Waver ist das gelebte Vorführmodell des Underdog-Phänomens. Als er das erste Mal in der Serie auftaucht, wird er als rangniedrig und gewissermaßen wertlos von seinem Magie-Lehrer heruntergeputzt. Er selbst gesteht sich ein, nichts Besonderes zu sein, aber beweist dennoch Willen, Wissen und Geschick. Er demonstriert viel Wachstumspotenzial und mit seinem Servant Rider als Vaterfigur sind die beiden ein ziemlich symphatisches Zweier-Gespann.
In Guilty Crown findet sich gleich mal wieder eine altbekannte Situation vor. Hauptcharakter Shu ist männlich, 17 Jahre alt und natürlich ein ganz normaler Schüler, der ein wenig Probleme hat mit anderen zu sozialisieren. Aber sonst ist er ein ganz netter Kerl. Dann passiert das eine und das andere, er begegnet einem schönen Mädchen, beweist Heldenmut und bekommt eine mächtige Fähigkeit.
Dieser Ablauf ist gleichzusetzen mit der 08/15-Schablone, mit der am laufenden Band Durchschnitts-Hollywood-Filme produziert werden. Ist es ein Action-Film, dann verbrocken böse Kerle böse Dinge und unser guter Kerl ist irgendwie davon betroffen und vermöbelt ihre Ärsche. Dabei explodiert viel. Ist es eine Romanze, dann hasst sich das vorbestimmte Paar erst, lernt sich allmählich kennen und geraten dann über ein hochkarätig dämliches Missverständnis auseinander. Bis sich in letzter Sekunde alles klärt und die Glocken läuten. Eine Auszeichnung im Bereich Innovation gibt es dafür nicht; hier bitte, die Teilnehmer-Urkunde. Dass der Film oder eben die Serie deswegen nicht trotzdem noch auf anderem Wege begeistern kann, soll damit aber bei Weitem nicht ausgeschlossen werden.
Denn abgesehen von dieser allzu typischen Zielgruppen-Anbiederung, weckt der erst knapp vorgestellte Schauplatz in Guilty Crown bei mir Interesse. Nach Ausbruch einer Seuche ging Japan rasant vor die Hunde, doch durch Intervention anderer Staaten konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden. Nun befinden wir uns in der Zukunft (<sarcasm>Mechas, wohoo!</sarcasm>) und eine militärische Organisation – vermutlich bestehend aus den Helfer-Staaten – hat die Verwaltung des Landes übernommen; unter Kriegsrecht, wie es scheint.
Auf der Plus-Seite hat diese erste Folge zudem teils optisch brilliert und der Folgeneinstieg zusammen mit dem schön-ruhigen Opening-Song war nicht schlecht inszeniert. Das hinterließ einen guten ersten Eindruck.
Bockmist. Diese erste Folge von C³ war einfach mies. Zu Beginn wird kurz auf einen jungen Burschen gedeutet und angesagt: „Das ist unser Hauptcharakter.“ Danach erhält er scheinbar Nebencharakter-Status. „Ach, ihr wolltet Story? Pfff!“
Ebenfalls zu Beginn wird an unseren unscheinbaren Hauptcharakter ein Würfel geliefert und bedeutungsschwanger klar gemacht: „Dies ist ein Würfel. Der ist geheimnisvoll, magisch und er leuchtet im Dunkeln!“ Dann wird aus dem Würfel ein Mädchen.
Sehr viel Zeit wird nun hierauf verwendet: Würfel-Mädchen isst Reis-Cracker und mag sie. Würfel-Mädchen ist tollpatschig und dumm und richtet versehentlich Chaos an. Dabei gibt sie sich wie ein größenwahnsinniges Kleinkind.
Jegliche Art versuchten Humors war schmerzhaft dämlich anzusehen und so unterhaltsam wie geschwollene Wangen nach einer Weisheitszahnentfernung. Sollte in der nächsten Folge tatsächlich damit begonnen werden, eine Geschichte zu erzählen und den Charakteren mehr Tiefe zu verleihen, wäre ich mehr als erfreut, dieses Einstiegsdebakel einfach zu vergessen.
Eine neue Ära bricht in der Fansub-Szene an. Videos werden nun mit 10-Bit Farbtiefe enkodiert im Gegensatz zu den sonst üblichen 8-Bit. Dies führt zu dem Vorteil, dass die Dateien kleiner werden, bei gleichbleibender – oder gar besserer, hört man munkeln – Qualität. Dafür wird es nicht von jeder Hardware unterstützt. Was PCs betrifft, sollte in den allermeisten Fällen ein Update der Codecs reichen. Windowsler können sich den aktuellen CCCP aufspielen und Linuxer … da sollte der Support in den verschiedenen Programmen auch vorhanden sein.
Leider war es dann doch nicht so simpel. Zwar ließen sich die MKVs abspielen, aber waren durchzogen von Artefakten und falschen Farben. Okay, die falschen Farben sahen teilweise recht hübsch aus, wie Minecrafts neues Belichtungsmodell, wo jetzt alles so schönes ambientes Licht wirft. Dennoch! So konnte es nicht bleiben! Die Lösungssuche führte mich auf einen Weg aus einer kuriosen Mischung aus Frustation und Spaß.
Das Prequel zu Fate/stay night. Nun werden die Geschehnisse der Heiligen-Gral-Kämpfe von vor zehn Jahren näher beleuchtet. Der nur sehr kurze Trailer sieht bereits optisch hervorragend aus. Meine Erwartungen umfassen eine packende Story, heiße Kämpfe und einen genialen Soundtrack. Letzteres einfach nur aus dem Grund, weil ein genialer Soundtrack zu einer packenden Story und heißen Kämpfen dazugehört. Enttäuscht nicht meine künstlich hochgeschaukelten Erwartungen!
Das Wiedersehen mit Saber und Co. liegt irgendwann im Oktober.
Working’!!
Was das Apostroph denn nun im Namen zu suchen hat, will sich mir nicht erschließen. Dass es eine zweite Staffel von Working!! gibt, ist allerdings überaus erfreulich. Die erste habe ich als eine gute Komödie mit leicht exzentrischen Charakteren und einer sacht eingewobenen Liebesgeschichte – aber ohne viel Fokus hierauf – in Erinnerung. Das Opening echot auch noch ein wenig im Gehörgang. Sowas bezeichnet man wohl als „catchy“.